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Ein Sturm der Entrüstung

Petition Doel 3 Tihange 2

Über 100.000 Unterschriften gegen den Neustart von Tihange 2 und Doel 3

Die Entscheidung der belgischen Atomaufsicht (FANC), die Wiederinbetriebnahme der Rissereaktoren, die über 20 Monate außerplanmäßig abgeschaltet waren, zu genehmigen, hat einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Im Verlauf mehrerer Monate hatte ein Netzwerk von Bürgerinitiativen in Belgien, Niederlande und Deutschland bis Anfang November über 65.000 Unterschriften gegen den Neustart gesammelt.
Nach Veröffentlichung der FANC Entscheidung am 17.11.2015 explodierte die Zahl der Unterzeichner auf mittlerweile über 100.000 bei der Online- Petition. Hinzukommen etwa 8.000 Unterschriften, die über Listen auf Papier gesammelt wurden. Und täglich werden es mehr.


Im Petitionstext heißen die Kernsätze:

„Solange

  • die Ursache der Risse in den beiden Reaktordruckbehälter (RDB) nicht zweifelsfrei geklärt ist und eine Veränderung der Rissgrößen im laufenden Betrieb nicht definitiv ausgeschlossen werden kann,
  • die Bestrahlungsversuche befürchten lassen, dass die Versprödung des rissigen Stahls der RDB nach über 30 Betriebsjahren die zulässigen Grenzwerte bereits überschritten hat,
  • kein Nachweis existiert, dass „Reaktoren mit Rissen“ ein gleiches Sicherheitsniveau wie „Reaktoren ohne Risse“ besitzen,

dürfen TIHANGE 2 und DOEL 3 – NICHT WIEDER ans Netz.“

Auch AKW Befürworter haben unterschrieben

Helfer, die von Haus zu Haus zogen oder im Bekannten- oder Kollegenkreis sammelten, machten ungewöhnliche Erfahrungen. „Noch nie haben ich eine so hohe Bereitschaft erlebt, einen Antiatom-Appell persönlich zu unterzeichen“ sagte eine Helferin aus Eschweiler. „Sogar Leute, die mir sagten, dass sie eigentlich für die Kernenergie sind, meinten, dass es nicht angehen kann, dass solch marode Meiler wieder angefahren werden.“

Beim Ehrenwerttag der Aachener Vereine war der Stand des Aachener Antiatom Bündnisses am Markt umlagert und es wurden im Minutentakt Unterschriften gesammelt. „Sogar belgische Besucher des verkaufsoffenen Sonntags, die aus der Gemeinde Huy stammen, wo der Reaktor Tihange 2 liegt, trugen sich ein“, sagte ein Standbetreuer.

Übergabe der Petition

In der ersten Dezemberwoche wird die Petition dem belgischen Innenminister und stellvertretenden Regierungschef Jan Jambon übergeben. Er trägt mit seiner Unterschrift, die er unter die Neustartempfehlung der FANC setzen will, die politische Verantwortung für die Sicherheit von Millionen Menschen. Die Initiatoren des Appells hoffen, dass der Herbststurm der Entrüstung bis zur nächsten Woche anhält.

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Die dreisprachige Petition läuft im Internet über die Plattform change.org und kann unter folgenden Kurzlinks gelesen und unterschrieben werden:

http://change.org/tihange-doel-DE
http://change.org/tihange-doel-NL
http://change.org/tihange-doel-FR