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IHK gefährdet den Standort Aachen – Demo am Donnerstag 9. November um 17:15 Uhr vor der IHK Aachen

Die IHK gefährdet den Standort Aachen

Kundgebung am Donnerstag, 9. November von 17:15 Uhr bis 18:30 Uhr vor der IHK Aachen (Theaterstrasse/ Borngasse)

Wir haben erfahren, dass die Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK Aachen) zu einem „Unternehmerforum Tihange“ eingeladen hat. Statt sich klar gegen die Gefahren für Leib und Leben der Bevölkerung der Euregio durch das Atomkraftwerk Tihange auszusprechen – oder zumindest gegen die eklatante Unterversicherung der realen, ökonomischen Gefahren für die Aachener Unternehmerschaft zu positionieren, bietet die IHK den Lobbyisten der Nuklearindustrie am Donnerstag, den 9. November ein pseudo-neutrales Podium.

Unser Protest-Aktion

Das Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie (AAA) ruft stattdessen alle Aachener Bürger*innen auf, sich an dem Protest am 9. November zu beteiligen. Die angemeldete Aktion wird von 17:15 Uhr bis 18:30 Uhr vor der IHK-Aachen (Theaterstrasse 6-10 und um die Ecke zur Borngasse) stattfinden. Wir werden während dieser Zeit in einer sogenannten Picket Line im Gänsemarsch immer längs dem IHK-Gebäude in Reihe hintereinander im Kreis laufen.

Wer mitmachen will: Alle sind willkommen. Bringt Schildern mit die zeigen, was ihr von solchen Gesprächen mit den Betreibern der Schrottreaktoren haltet! Und natürlich geht es uns nicht nur um die ökonomischen Folgen eine Super-GAU, sondern um die Gefahren für uns Bewohner*innen der Region! Je mehr Teilnehmer*innen wir werden, desto bunter wird das Bild, das wir bieten.

Weshalb Picket Line? Was ist das überhaupt? In einer Picket Line gehen die Beteiligten in einer langen Schlange hintereinander. Möglichst viele tragen Schilder mit ihrem eigenen Protest-Slogan. Wie bei der Menschenkette stehen hier die Protestierenden im Vordergrund und nicht Redner*innen auf einem Podium. Also es kommt wieder einmal auf euch an! Bitte unterstützt die Aktion mit eurem kreativen Protest und fertig, wenn möglich, Schilder mit eurem Solagen an! Motiviert bitte auch Familie, Freunde, Nachbarn und Kollegen. Und bitte verbreitet die Veranstaltung auch über soziale Medien.

Unternehmer pleite, Arbeitsplatz futsch, ganze Familie gesundheitlich bedroht – und keine Versicherung deckt die Kosten!

Natürlich verstehen wir, dass es nicht Aufgabe der IHK ist, sich um die Gesundheit oder das Wohl der Aachener Bevölkerung zu sorgen, aber eine IHK sollte doch wenigstens die ökonomischen Belange ihrer eigenen Mitglieds-Unternehmen berücksichtigen!

Warnung der eingeladenen Aachener Unternehmer und Geschäftsführer

Das Aktionsbündnis gegen Atomenergie Aachen organisiert gegen diese Veranstaltung öffentlichen Protest und warnt die eingeladenen Aachener Unternehmer und Geschäftsführer vor zwei Formen der Verschleierung der Gefahren durch das AKW Tihange:

  • Einerseits sind die Risse deutlich problematischer als es von Engie und deren wirtschaftlich abhängigen Wissenschaftlern behauptet wird.
  • Zum anderen muss jedem Unternehmer klar sein, dass bei einem möglichen Super-GAU in Tihange die Haftung von dessen Besitzer Engie auf 1,2 Mrd EUR gedeckelt ist, also für weniger als 1% der möglichen Folgekosten! ALLE anderen Kosten, die auf Ihr Unternehmen zukommen, tragen ausschließlich Sie – und NICHT Engie! Während viele Aachener Unternehmen bei einem Super-GAU in Tihange in die Insolvenz getrieben würden, könnte der Betreiber sein perfides Geschäft ungehindert weiter betreiben, sein Haftungsrisiko ist gedeckelt.

Eine IHK, die sich nicht um DIESE möglichen Verluste der (zahlenden!) Mitglieds-Unternehmen kümmert, verfehlt ihren Auftrag. Stattdessen die Beschwichtigungspolitik von Engie und FANC möglich zu machen, ist ganz sicher nicht Aufgabe der IHK!

Das erste was die IHK fordern müsste wäre eine angemessene Versicherung seitens Engie, damit dadurch die möglichen Folgekosten eines Nuklearunfalls von den Aachener Unternehmen abgewendet würden.

Lobbyisten der Atomindustrie in Aachen als Schönredner

Auf der Veranstaltung werden auch Jan Bens, Direktor der belgischen Atomaufsicht FANC und Thierry Saegeman, Leiter des Nuklarbereichs bei Engie Electrabel vortragen. Beide sind ausgewiesene Schönredner der Pannenreaktoren Tihange 2 und Doel 3.

Mitglieder des Aachener Aktionsbündnisses gegen Atomenergie hatten bei einem Treffen mit Engie die Offenlegung diverser Unterlagen eingefordert. Engie hatte das zugesagt – das dann aber zynischer weise mit einem Veröffentlichungsverbot der möglichen Erkenntnisse belegt. Danach war klar, dass das AAA sich solchen Verschwiegenheitsklauseln nicht unterwerfen wird.

Und mit solchen Interessenvertretern will die IHK „diskutieren“?

Das Schönreden der Zustände in Tihange hat bei der IHK Aachen Tradition

Bislang kamen dort nur der Atom-Lobbyist Prof. Hans-Josef Allelein sowie der Betreiber Engie Electrabel zu Wort. Nach einem Besuch dort verkündete die IHK Aachen in ihrer Pressemitteilung vom 30. Mai 2017 völlig unreflektiert, man habe dort gelernt, belgische Anlagen „gehörten laut verschiedener Studien zu den sichersten weltweit.“ Ganz anders sieht das die Pro-Atom Organisation IAEO, denn sie führt in Ihrer Statistik die belgischen AKW als die unzuverlässigsten der gesamten Welt, dicht gefolgt vom Iran. (https://www.iaea.org/PRIS/WorldStatistics/ThreeYrsUnplannedCapabilityLossFactor.aspx)

Wir freuen uns auf einen bunten gemeinsamen Protest!